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Donnerstag, 16 Februar 2017 16:51

Wie Sie mit meditativem Schreiben Ihren Frieden wiederfinden

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„Soll ich oder soll nicht?“ „Wird alles gut gehen?“ „Was ist, wenn…?“
Ein Gedanken-Karussell – wer kennt das nicht? Diese Art von Gedanken, verbunden mit einem Gefühl, sich nicht entscheiden zu können oder mit Sorgen, wie sich alles weiter entwickeln wird, sind den meisten von uns vertraut. Es gibt Lebensphasen, da bewegt man sich von einem Karussell ins nächste. Schreiben hilft...

...absichtsloses Schreiben noch mehr. Schreiben ganz früh am Morgen, am besten noch im Übergang zum Wachbewusstsein, sozusagen in einem natürlichen, meditativen Zustand kann Wunder bewirken.

Elemente des meditativen Schreibens sind: Rückzug aus dem Alltag, verlangsamen, ins Fließen kommen, geschehen lassen… Sicher gibt es verschiedene Methoden der Meditation, um sich ganz bewusst aus dem Alltag zurückzuziehen und sich mit sich selbst oder auch einer höheren Energie zu verbinden. Vielleicht praktizieren Sie auch regelmäßig bereits eine solche Praktik. Wenn nicht oder wenn Sie etwas Neues ausprobieren möchten, beginnen Sie damit, ganz früh morgens regelmäßig das aufzuschreiben, was Sie innerlich bewegt. Bewegen Sie schreibend, was Sie beschäftigt, wofür Sie eine Lösung finden möchten oder was Ihnen tagsüber die Konzentration raubt. Denn kurz nach dem Erwachen, wenn unser tägliches Leben uns noch nicht fest im Griff hat, finden wir noch leicht einen Zugang zu unserer Mitte, zu dem, was uns im tiefsten Inneren ausmacht. Und zu dem Teil, der weiß, was für uns gut ist.

Und nun ganz praktisch: Legen Sie sich auf den Nachttisch ein Blatt Papier und einen Bleistift bereit. Wenn Sie erwachen, setzen Sie sich langsam auf, bewegen Sie sich vorsichtig und nehmen Sie den Stift und das Papier zur Hand. Beginnen Sie ganz langsam, absichtslos und ohne das Geschriebene nachher bewerten zu wollen, alles aufzuschreiben, was Ihnen in den Sinn kommt. Das kann ein Traumfetzen sein, den Sie noch mit in den Tag hinübergerettet haben, ein Nachklang vom gestrigen Tag, aber auch schon ein Gedanke zu den vor Ihnen liegenden Aufgaben und vieles andere mehr. Schreiben Sie einfach auf, was Ihnen in den Sinn kommt. Anfangs erscheint Ihnen dies noch ungeordnet, wenig sinnhaft, weil Sie noch zu schnell in Ihr Wachbewusstsein springen. Dann aber, nach einer gewissen Zeit, werden Sie Seite um Seite vollschreiben, Sie befinden sich in einem Schreibfluss... Und was auch geschehen kann, dass in einer Morgenstunde ein Satz oder ein Wort sich den Weg bahnt. Eine Aussage, die für Sie solch‘ eine Kraft und Klarheit besitzt, dass diese für Sie wegweisend sein kann. Ein „Juwel“ des meditativen Schreibens.

Ich empfehle, diese Schreibpraktik erst einmal ein paar Tage regelmäßig zu üben, bevor Sie im Wachbewusstsein das Geschriebene nochmal lesen und sozusagen mit einem „klaren“ Kopf auf weiterführende Gedanken und Ideen betrachten. In vielen Fällen ist das aber gar nicht mehr nötig, weil Sie wahrnehmen, dass das, was Ihnen tagelang die innere Ruhe raubte, sich mittlerweile aufgelöst hat oder Sie eine andere und friedvolle Einstellung dazu gewinnen konnten. Ihr Unterbewusstsein weiß ja jetzt, dass es von Ihnen gehört wird – und zwar auf alle Fälle jeden Morgen direkt nach dem Aufwachen.

Gelesen 1163 mal Letzte Änderung am Freitag, 02 Februar 2018 17:00

2 Kommentare

  • Kommentar-Link Michaela Frölich Donnerstag, 01 Juni 2017 17:21 gepostet von Michaela Frölich

    Liebe Katja,

    Du sprichst "Die Morgenseiten" von Julia Cameron an, die sie in ihrem Buch "Der Weg des Künstlers. Ein spiritueller Pfad zur Aktivierung unserer Kreativität" sehr motivierend beschreibt. Ja, das ist ähnlich. Cameron empfiehlt drei Seiten zu schreiben - und zwar jeden Morgen. Ich habe meine morgendlichen Seiten über eine sehr lange Zeit geschrieben, nach dem Aufstehen, oft vor dem Frühstück, häufig in Umbruchphasen. Mit Erfolg.
    Die von mir angeregte Schreibübung zieht die Schreibphase noch weiter in die Frühe, eben an den Übergang von Schlaf- und Wachbewusstsein, einem ganz natürlichen meditativen Zustand. Trauminhalte lassen sich zum Beispiel zu diesem Zeitpunkt genauer transportieren, denn mit jeder Bewegung, auch noch so minimal, verblasst die Erinnerung.
    Wenn ich einen intensiven Zugang zu meinem Träumen suche - Mitteilungen meiner Seele wahrnehmen möchte - dann gelingt dies umso müheloser, je näher ich mich an die Traumphasen heranbewege.
    Ich wünsche Dir Katja, dass Deine Hand ganz bald den Stift beim Aufwachen sucht und findet.
    Vielen Dank für Deinen Kommentar.

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  • Kommentar-Link Katja Sengelmann Montag, 29 Mai 2017 13:07 gepostet von Katja Sengelmann

    Liebe Michaela,

    Du gibst mir hier den Anstoß zu etwas, was ich schon immer einmal machen wollte: Morgens im Zustand zwischen Halbschlaf und Halbwach meine Gefühle, Gedanken, Eindrücke und Träume zu notieren. Julia Cameron beschreibt eine ganz ähnliche Methode in ihrem Buch "Der Weg des Künstlers“. Da geht es darum, sich von "dummen“, störenden Gedanken freizumachen und die eigene Kreativität freizusetzen Ich finde, das deckt sich durchaus mit dem, was Du beschreibst: Aufzulösen, was einem innerlich die Ruhe raubt.

    Ich möchte Deine Anregung gern ausprobieren, Michaela. Aber es fällt mir schwer, den Wecker noch früher zu stellen als sonst. Da bellt mein innerer Schweinehund sehr, sehr laut.
    Aber immerhin: Stift und ein schlichtes kleines Schreibheft liegen seit einigen Tagen auf meinem Nachttisch neben dem Bett bereit!

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