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Mittwoch, 07 März 2018 16:39

Wendepunkte in der Biografie

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Gipfel von oben Gipfel von oben © Michaela Frölich

Sie gibt es in jedem Werdegang. Die Momente, an denen sich das Leben um 180 Grad dreht. Das können Gipfel aber auch Talsohlen sein.

 

Auf Höhepunkte arbeiten wir mehr oder wenig bewusst hin – wir setzen uns Ziele, die wir erreichen wollen. Sowohl im Privat- als auch im Berufsleben. Wir suchen einen Partner fürs Leben, gründen eine Familie, streben an, uns weiterzuentwickeln im Sport, in der künstlerischen Betätigung oder indem wir reisen, um neue Länder und Welten kennenzulernen. Im Beruf lassen wir uns aus- und weiterbilden, umschulen, füllen die Tätigkeit gewinnbringend aus, ernten Anerkennung für geleistete Arbeit. Wir spüren auf dem Weg dorthin den Aufschwung und am Ziel, dass wir etwas vollendet oder zur Reife gebracht haben, was wir uns ersehnt hatten.

Die Tiefpunkte im Leben können wir bisweilen erahnen, sie kündigen sich an, wenn eine Beziehung disharmonisch zu werden scheint, die körperlichen Kräfte nachlassen, der Erfolg ausbleibt oder wir Widerstände von außen erleben. Dann können wir uns darauf vorbereiten, in dem wir uns für ungewohnte Wege öffnen, loslassen oder auch nur akzeptieren, dass alles einem Wandel unterliegt. Schwerer zu tragen sind Schicksalsschläge wie Krankheiten oder Verluste, die durch unvorhersehbare Ereignisse ausgelöst werden. Es scheint, dass wir unser Leben nicht mehr in der Hand haben, die Gefühle einen zu überwältigen drohen, der Alltag gerät ins Wanken. Kein Stein steht mehr auf dem anderen. Was ehemals wichtig war, wird zur Nebensache, dass was vormals drängte, verliert seinen Druck, gerät an den Rand der eigenen Bemühung, entschwindet unserer Aufmerksamkeit. Schicksalhafte Erlebnisse können Aufwacherlebnisse werden, weil wir uns neu orientieren und in den Blick nehmen müssen, was uns innerlich ausmacht, abseits der gewohnten Bahnen, Einstellungen und Perspektiven.

Im Rückblick können wir biografische Wendepunkte wahrnehmen, erkennen, wohin sie uns führten, vielleicht auch, welche Kurskorrektur von „höherer“ Ebene eingefordert wurde. Zu erfassen, welche Wendepunkte wir durchlaufen haben und welche Entwicklung diese bei uns auslösten, ebnet den Weg die eigene Lebensgeschichte aufzuschreiben. Sich der eigenen Wendepunkte bewusst zu werden, kann der Anfang sein, die Mannigfaltigkeit des eigenen Lebens wertzuschätzen. Darauf aufbauende Fragen können sein: Welche Elemente fehlen noch, um die Lebensskizze auszuarbeiten, das Lebensbild abzurunden und zu vervollständigen?

Jedes Leben ist es wert, aufgeschrieben zu werden – für sich und auch für andere.

Gelesen 413 mal Letzte Änderung am Montag, 23 April 2018 22:08

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